… die FHKF macht sich „nützlich“

Das Erste, was die Ritter von Thann im 12. Jahrhundert bei der Erbauung Ihrer Burg auf einer Sandsteinanhöhe am südlichen Hang des Schwarzachtales anlegten, war sicherlich der Burgbrunnen, denn eine Burg ohne autarke Wasserversorgung war wertlos. Das Niederbringen des Brunnen-schachtes war im Burgsandstein relativ leicht.
Wenn die Burg auch im Laufe ihrer Geschichte mehrmals Zerstörung und Umbau erfahren hat – der Burgbrunnen wurde immer wieder in die Anlage integriert.

Brunnenschacht Burgthann

Heute, 900 Jahre später, ist der Brunnen wieder in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Er soll von dem über die Jahre darin abgelagerten Schutt befreit werden und wieder eine natürliche Wasserfläche bekommen. Dieser Wunsch des Burgenvereins Burgthann erreichte die FHKF über Ferdinand Leja. Nach kurzer Besichtigung der Situation im Herbst 2006 beschloss man, die Arbeiten in Angriff zu nehmen. Die FHKF verfügt über die dazu nötigen Gerätschaften (Dreibein, Elektrowinde, Beleuchtung, Schutzschild etc.) und hat bereits auf der Festung Rothenberg (Zisterne im Schneckenbrunnen) und auf der Plassenburg (Brunnen im „Schönen Hof“) einschlägige Erfahrungen gesammelt.

Im März 2007 begannen die Arbeiten. Der Brunnenschacht (1,7m Durchmesser) war bis 14m unter den Rand mit Schutt verfüllt, der mit Hilfe der Elektrowinde Eimer für Eimer hochgezogen und auf einen von der Gemeinde Burgthann bereitgestellten LKW verladen wurde.
Meter für Meter nahm die Tiefe des Brunnen im Verlauf des Jahres 2007 zu. In 10 ganztägigen Grabungseinsätzen wurde der Schacht bis in eine Tiefe von 22 Metern ausgeräumt. Dabei wanderten 23 m³ Schutt in 1.500 Eimern auf den LKW. Insgesamt wurden bisher 550 Mannstunden geleistet. Ende Oktober wurde die Baustelle eingewintert.
Der gesamte bisher geförderte Aushub bestand aus Hausmüll der Jahre 1960 – 1980 und enthielt vom Staubsauger über Batterieradios, alten Kleidern, Flaschen, Dosen und Alteisen alles was das Herz eines „Brunnauten“ höher schlagen lässt – die Arbeiten im Brunnen und auf dem LKW waren zeitweise Ekel erregend ! An dieser Stelle sei auch der herzliche Dank an die vielen FHKF’ler ausgesprochen, die sich davon nicht haben abschrecken lassen.
Gearbeitet werden kann nur, wenn es nicht regnet. Die Entwässerung der Hoffläche und der Burgdächer wird über ein Rohr in den Brunnenschacht geleitet und bereits bei geringen Niederschlägen ergibt sich ein ständiger Wasserfall im Schacht und macht ein Arbeiten unten unmöglich.
Bei Starkregen läuft dieses eingeleitet Wasser nicht so schnell ab und wir hatten schon die Situation, dass drei Mann auf dem Brunnenboden innerhalb weniger Minuten Hüfthoch im Wasser standen und gerade noch hochsteigen konnten – eine ungemütliche und nicht ungefährliche Situation!
Im Frühjahr 2008 werden die Arbeiten wieder aufgenommen, sobald es die Witterung zulässt. Wir erwarten in einer Tiefe 29 bis 30m auf den natürlichen Wasserspiegel zu treffen. In dieser Tiefe liegt eine Wasser stauende Schicht, aus der auch mehrere kleine Quellen am Fuß des Burgberges ihr Wasser beziehen. Mit einer kleinen begrenzten Wassermarkierung mit NaCL wollen wir diesen Zusammenhang gelegentlich nachweisen.
… und im Juli 2008 sollte die Aktion abgeschlossen sein, dann nämlich finden auf der Burg wieder die „Eppelein-Festspiele“ statt und da dient auch der Brunnen als Kulisse.

D.Preu
17. Februar 2008 | Tags: , , | Kategorie technische Arbeit


Forschungstour im Almberg- Höhlensystem (1624/018) Nachtour im AHS vom 29.09. – 07.10.2007

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