Teilnehmer: Thomas Bayn (FHKF, VHO), Martin Harder (FHKF), Wilfried Lorenz (FHKF, VHO), Thomas-Michael Schneider (FHKF, VHO), Thomas Weingärtner (FHKF)

Vom 6. bis 10.6.2007 fand wieder eine größere Forschungstour ins Almberg- Höhlensystem statt.
Ziel war die Fortführung der Vermessungsarbeiten im oberen Ast der Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle, die dort vor etwa 4 Wochen von uns begonnen wurden (siehe Bericht).
Seit Jahresanfang sind wir auf der Suche nach den beiden Verbindungen mit der Schneekegelhöhle von Seiten der Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle, die wir vor gut einem Jahr in der Schneekegelhöhle entdeckt hatten. Diverse Beschreibungen von Schächten in alten Aufzeichnungen bewogen uns aber dazu, nicht von der Schneekegelhöhle durch die Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle nach außen, sondern umgekehrt, vom Eingang nach Innen in Richtung Schneekegelhöhle zu vermessen. Bei der letzten Tour stellte sich heraus, dass die gesuchte Verbindung zwischen Panamakanal und Broadway gar nicht möglich ist, da beide Höhlenteile in verschiedenen Etagen mit 100m Höhendifferenz liegen. Unsere Vermessung führte uns jedoch bis auf etwa 200m, und 50m höher, an die zweite Verbindung am Scherbensiphon heran. So entschlossen wir uns bei dieser Tour, die Verbindungssuche nun doch von Seiten der Schneekegelhöhle anzugehen, da man hierdurch etwa 3h Anmarsch in der Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle sparen kann.

Doch es kommt schließlich ganz anders: In den uns unbekannten Teilen der Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle, die hinter dem Scherbensiphon der Schneekegelhöhle beginnen, kommen wir zwar rasch voran, doch statt nach oben, Richtung Broadway, führen uns großräumige Höhlenteile immer tiefer nach unten. Schließlich kommen wir in einer markanten Halle mit Bachlauf heraus, die wir anhand der alten, ungenauen Planskizze, eindeutig als Halle des Rio Negro identifizieren können. Der Rio Negro dürfte jedoch in dieses Gegend gar nicht sein! Er liegt laut Plan im westlichen Ast der Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle.

Am Rio Negro

Am Rio Negro


Nur etwa 200m weiter finden wir schließlich auch noch „unseren“ Panamakanal und damit die zweite Verbindung zwischen Almberg- Eis- und Tropfsteinhöhle und Schneekegelhöhle. Die Sensation ist perfekt. In drei Tagen schaffen wir durch unsere Vermessung einen 700m langen Rundzug, der nun einen kräftezehrenden Rundweg im Herzen des Höhlensystems bildet. Den Broadway und damit unsere Vermessung von der letzten Tour erreichen wir von hier aus nicht. Da dieser Teil jedoch etwa 100m darüber liegt und zahlreiche große Schächte besitzt, die allesamt unbefahren sind, besteht nach wie vor die Möglichkeit eines Ringschlusses durch den Broadway.
Am Rande der bis zu 14 Stunden dauernden Tagestouren konnten darüber hinaus 5 Messstationen für ein dauerhaftes Eismonitoring installiert werden. Ziel dieser Einrichtungen ist die Erfassung von Volumenänderungen, sowie Bewegungen innerhalb der großen Masseneisvorkommen in der Schneekegelhöhle.
Fazit: Extrem anstrengende Touren in einem faszinierenden Höhlensystem, 72 lichtlose Stunden und viele Erfolge, dank eines perfekten Teams, liegen hinter uns. Die Erforschung des Almberg- Höhlensystems ist einen entscheidenden Schritt weiter.

Thomas-Michael Schneider

10. Juni 2007 | Tags: , | Kategorie Almberg-Höhlensystem


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