Ursprünglich war es nur ein unscheinbares Loch im Boden, nicht weit vom Eingang der bekannten Schauhöhle, der Maximiliansgrotte bei Krottensee / Gemeinde Neuhaus, entfernt.

Höhlenforscher im Petersdom im Zinnbergschacht (c) by Tina Schmielau

Vorgeschichte: 1957 wurden Mitglieder des Speleoclub Sulzbach auf das Loch aufmerksam und versuchten, durch Erweiterung des Einstiegs herauszufinden, ob hier ein Zugang zu einer Höhle möglich wäre. Der Gedanke lag nahe, denn der Eingang zur Maximiliansgrotte war nicht weit entfernt.

Der kleine Schacht endete nach 5 Metern, ein weiteres Vordringen war nicht möglich.

Es folgten Rauchversuche, die aber trotz einer starken, höhleneinwärts gerichteten Luftströmung ohne Ergebnis blieben

1981 übernahm die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken die weitere Forschung. Drei Versuche, über eine Kamera Einblick in tiefere Teile des schmalen Schachtes zu gewinnen blieben ergebnislos. Auch die Erweiterung der nur 20 cm breiten Spalte mittels Presslufthammer führte nicht zum Erfolg,

Nach einer Dokumentation der bis dahin bestehenden unscheinbaren und kleinen Schachthöhle mit einer Tiefe von gerade mal 5 Metern war zunächst keine Weiterforschung geplant.

Der Petersdom im Zinnberg

Zinnberg – Petersdom (c) by Richard Rost

Aktuelle Forschungen: Erst 2014 wurde der Gedanke wieder aufgegriffen, im Zinnbergschacht (A 205) noch einen Versuch zu unternehmen, weitere Höhlenräume zu finden.

Nach Zustimmung des Eigentümers, der Bayerischen Staatsforsten, und der Unteren Naturschutzbehörde, Landkreis Nürnberger Land,  begann die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken den Spalt mit Treibkeilen so zu erweitern, dass ein Durchkommen möglich war.

Die Forscher stießen nach mühsamer Arbeit im Mai 2016 endlich auf einen größeren Raum (genannt Rumpelkammer). Ein Weiterkommen war durch einen Versturz zunächst unmöglich. Mit Hilfe von Abstützungen konnte der Verbruch aber umgangen werden und damit war der Zugang zu einer riesigen Halle von mehr als 50 Metern Länge und einer Höhe von 10 – 15 Metern frei: Das Entdeckerteam nannte die Halle wegen der (für fränkische Verhältnisse vergleichsweise) gigantischen Größe „Petersdom“.

Daran anschließend konnte ein Canyon von ca. 40 Metern Länge und einer Deckenhöhe von mehr als 15 Metern befahren werden. Die gesamte Tiefe des Systems beträgt mehr als 40 Meter unter Eingangsniveau. Nach eindrucksvollen Tropfsteinen sucht man im ganzen Höhlensystem jedoch nahezu vergeblich. Nur an wenigen Stellen sind kleinere Sinterbildungen zu entdecken.

Die Höhle wurde exakt vermessen und eine Dokumentation angefertigt. Nun hat zunächst die Wissenschaft das Wort, es werden Sedimente und Kristallformen untersucht und die in dieser, bislang von Menschen noch nie betretenen Welt unter Tage lebende Kleinfauna bestimmt.  (Text D. Preu / B. Hoffmann)

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