Das Windloch bei Großmeinfeld (A5), auch Windloch bei Vorra genannt, gehört zu den bekanntesten Schachthöhlen der fränkischen Alb, genauer in der Hersbrucker Schweiz. Im Wesentlichen besteht die gesamt 35m tiefe Höhle aus einem beeindruckenden Dom sowie mehreren kleineren Seitenteilen auf verschiedenen Höhen. Der Eingang der Einsturzdoline täuscht an der einfallenden Schräge zunächst einen sicheren Abstieg vor, ehe die Doline in den Hauptraum, teilweise überhängend, abrupt abbricht. Die Schräge ist dabei mitunter sehr rutschig, so dass das Betreten des Steilhanges nur gesichert erfolgen darf. So finden sich auf dem enormen Schuttkegel am Grund des Doms auch immer wieder die Überreste abgestürzter Tiere. Zum Schutz argloser Wanderer ist um den Eingang herum ein wetterfester Zaun angebracht. Eine Schautafel informiert zusätzlich über die Höhle, die den Wissensdurst der Interessierten auf gefahrlosem Wege zu stillen versucht.

Windloch Großmeinfeld (Foto: T. Weingärtner)

Windloch Großmeinfeld (Foto: T. Schneider)

Die Höhle ist im Riffdolomit des Malm Delta mit im unteren Teil stärkerer Schichtung angelegt. Die Entstehung beruht auf Auslaugung an einem Kuftkreuz in OW/NS-Richtung. Evt. ist Sie auch als Ponorhöhle für ein unterlagerndes System zu sehen. Stellenweise finden sich schöne, auch mächtige, Sinterformationen. Je nach Jahreszeit und Außenwetter ist es am Schachtgrund durch Tropfwasser sehr naß, so dass man sich bei einer Befahrung vor Durchnässung in Acht nehmen sollte.

Als tragische Punkte der Geschichte des Großmeinfelder Windloches gelten leider tödliche Unfälle. Der letzte tödliche Unfall ereignete sich 2004. Ein Mann, dessen Ausrüstung in einwandfreiem Zustand war, stürzte am Schachteinstieg ab. Als Ursache wurde vermutet, dass er eine Sicherung löste, bevor die Sicherung ins das abführende Seil eingebaut war.

Die Befahrung des Windloches bei Großmeinfeld bleibt daher nur Sachkundigen mit fundiertem Wissen der nötigen Sicherungstechniken vorbehalten. Zusätzlich sollte man den Aufenthalt direkt auf dem Schuttkegel vermeiden, da hier, auch durch heruntergeworfene Steine von Wanderern, akute Steinschlaggefahr besteht.

Leider ist der Schuttkegel auch mit Wohlstandsmüll verschmutzt. So mussten wir bei einer Befahrung im Jahr 2008 neben Dosen sogar ein altes Kinderdreirad entdecken. Hier wird eines Tages sicher wieder eine Reinigungsaktion stattfinden müssen, wie sie durch die NHG, die auch Besitzer der Höhle ist, bereits 1982 durchgeführt wurde.

Zum Schutz der Höhle und der Höhlenbefahrer bitten wir alle Wanderer Müll zu Hause zu entsorgen und keine Steine, Äste oder andere Wurfgegenstände in den Schachtmund zu werfen .

Die Höhle ist als Naturdenkmal geschützt und darf nur im Sommer befahren werden. Von Oktober bis April ist Sie zum Schutz der dort überwinternden Fledermäuse nicht zu befahren.

Thomas Weingärtner
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Fotos: Thomas Schneider, Thomas W.

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